Studium

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Die Regelstudienzeit für das Studium der Rechtswissenschaften beträgt einschließlich der Ersten Prüfung 9 Semester. Davon müssen mindestens zwei Jahre an Universitäten im Geltungsbereich des Deutschen Richtergesetzes studiert werden.

Das Studium gliedert sich in das Grundstudium (1.-4. Semester) und das Hauptstudium (5.-8. Semester). Hinzu kommt ein Prüfungssemester.

Das Grundstudium wird studienbegleitend mit der Zwischenprüfung in den Pflichtfächern abge­schlossen. Das Bestehen der Zwischenprüfung und das Bestehen von zwei Übungen für Anfänger ist Voraussetzung für die Teilnahme an den Übungen für Fortgeschrittene. Nach Bestehen der Zwischenprüfung kann mit dem Schwerpunktstudium begonnen werden.

Im Hauptstudium werden wie schon im Grundstudium die Pflichtfächer Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht studiert; zusätzlich muss einer der von der Hochschule angebotenen Schwer­punktbereiche gewählt werden. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät bietet folgende Schwerpunkt­bereiche zur Auswahl an:

  • Zivilrechtspflege (mit Ausrichtungen auf Familien- und Erbrecht oder Zivilverfahrens- und Insolvenzrecht),
  • Kriminalwissenschaften,
  • Staat und Verwaltung,
  • Wirtschaftsrecht (mit Ausrichtungen auf Arbeitsrecht, Steuerrecht, Kartell- und Urheber­recht oder Bank- und Kapitalmarktrecht),
  • Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung,
  • Völker- und Europarecht,
  • Historische und philosophische Grundlagen des Rechts und
  • Gesundheitsrecht.
     

Außerdem ist der Besuch einer Veranstaltung zum Erwerb fachspezifischer Fremdsprachen­kennt­nisse erforderlich. In Kiel werden neben Rechtsenglisch und bei Bedarf auch Rechtsspanisch und Rechtsrussisch angeboten. Die Fremdsprachenkurse finden in Kleingruppen von etwa 25 Teilnehmenden statt.

Zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen finden an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Kurse statt, die beispielsweise folgenden Inhalt haben: Kommunikationsfähigkeit/Ge­sprächs­füh­rung/ Rhetorik, Schiedsgerichtsbarkeit, Verhandlungsmanagement, Vernehmungslehre, außergerichtliche Streitbeilegung/Mediation, Gesetzgebung oder auch das Mandat im Kündigungsschutzverfahren. Die Kurse haben eine maximale Teilnehmendenzahl von 25 und werden in der Regel von erfahrenen Praktikerinnen und Praktikern geleitet.

Während der vorlesungsfreien Zeit müssen die Studierenden an praktischen Studienzeiten von ins­gesamt drei Monaten Dauer teilnehmen. In den praktischen Studienzeiten sollen die Studierenden die Rechtswirklichkeit, die sozialen Bedingungen und die Auswirkungen des Rechts sowie den Zusammenhang von materiellem Recht und Verfahrensrecht kennenlernen. Hierfür verbringen die Studierenden einen Monat bei einem Amtsgericht, einen Monat bei einer Verwaltungsbehörde und einen weiteren Monat entweder bei einem Amtsgericht oder an einer sonstigen geeigneten Stelle, etwa bei einem Rechtsanwalt oder der Staatsanwaltschaft.

Im 7. und 8. Fachsemester bietet die Rechtswissenschaftliche Fakultät den Studierenden ein Programm zur intensiven Vorbereitung auf die staatliche Pflichtfachprüfung an. Dieses Programm besteht aus dem Wiederholungs- und Vertiefungskurs (WuV-Kurs), dem Examensklausurenübungskurs und einem Probeexamen. Beide Veranstaltungsprogramme werden durchgehend während der Vorlesungszeit (bis auf eine kurze Weihnachtspause) und auch während der vorlesungsfreien Zeit durchgeführt.
Der WuV-Kurs beginnt Anfang Dezember und dauert bis Ende Juli, erstreckt sich also über ca. acht Monate.
Der begleitende Examensklausurenübungskurs besteht aus einem wöchentlichen Klausurübungsangebot mit der Möglichkeit der (kostenlosen) Klausurenkorrektur sowie mit Klausurbesprechungen in der darauf folgenden Woche.

Das Studium schließt mit der ersten Prüfung ab. Diese setzt sich aus einem staatlichen und einem universitären Teil zusammen. Die staatliche Pflichtfachprüfung geht mit 70% in die Gesamtnote ein, die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung mit 30%.