Studium

Gegenstand und Ziel des Faches

Mit der Einrichtung des Master-Studienganges "Angewandte Geowissenschaften - Georessourcen, Geoenergien, Geotechnologien" reagiert die Universität Kiel auf veränderte Anforderungsprofile für geowissenschaftliche Hochschulabsolventen im Hinblick auf geowissenschaftliche Arbeitsfelder in den Bereichen der Energiesystemtransformation („Energiewende“) oder der Anpassung an den Klimawandel. Bereits in der Vergangenheit bis in die Gegenwart bildete die Versorgung der Gesellschaft mit mineralischen Rohstoffen, Trinkwasser oder fossilen Energieträgern eine zentrale Aufgabe der Angewandten Geowissenschaften. Eng damit verbunden war und ist die Entwicklung und Anwendung von Geotechnologien sowie die Einschätzung deren Risiken. Geotechnologien ermöglichen etwa Tunnel,- Straßen-, Gebäude- oder auch Deichbau, sind essentiell für die Versorgung mit dem Rohstoff Wasser und werden auch bei der Verbesserung von Umweltbedingungen oder der Infrastruktur eingesetzt.

Diese Aufgabenbereiche werden auch für die Zukunft wichtig sein. Aber sie erfahren durch die Energiewende oder unvermeidliche Anpassungen an den Klimawandel neue Perspektiven und erfordern neue Ansätze für fachübergreifende Ausbildungen. Beispielsweise benötigt eine nachhaltige und umweltgerechte Nutzung des Untergrundes zur Energiespeicherung vernetzte methodische Fertigkeiten aus verschiedenen geowissenschaftlichen Disziplinen, wie Hydrogeologie und Geochemie, Geomechanik oder numerischer Modellierung, sowie auch Kenntnisse zur geotechnologischen Umsetzung. Die Struktur des Studienganges entspricht den zukünftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes, so werden vertiefte Grundkenntnisse in den Bereichen Geohydromodellierung, Hydrogeologie & Geochemie sowie Geomechanik & Geotechnik im Pflichtstudium zwingend erworben. Diese Ausbildungskombination erfährt durch weitere Wahlkomponenten aus diesen Bereichen sowie aus fachverbundenen Themenbereichen, wie Geomaterialien, GIS Anwendungen, Küstengeologie, Geophysik entsprechend der Eigeninteressen der Studierenden eine Profilschärfung. Dabei ermöglicht eine enge Anbindung des M.Sc.-Studienganges an das Kompetenzzentrum Geo-Energie der CAU bereits während der M.Sc.-Ausbildung die Mitarbeit an praxisnahen und fachübergreifenden Kooperationsprojekten mit der Wirtschaft insbesondere im Bereich der „Energiewende“ und Adaptionsmaßnahem an den Klimawandel.

Mit dem Abschluss im Fachgebiet Angewandte Geowissenschaften erwerben Absolventinnen und Absolventen die Berufsqualifikation für zukunftsweisende Tätigkeitsprofile ebenso wie für klassische Arbeitsfelder der Angewandten Geowissenschaften. Der Studiengang qualifiziert insbesondere für Tätigkeiten in Consulting- und Ingenieurbüros, in Verwaltung und nationalen wie internationalen Behörden sowie Verbänden und NGOs. Die Mischung aus theoretischen und praktischen Lehrinhalten bildet auch eine fundierte Voraussetzung für Tätigkeiten in universitären oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen in den Umwelt-, Geo- und Ingenieurswissenschaften sowie für Promotionsarbeiten.